Tagung: Traditio et Innovatio – Der antike politische Diskurs über Neuerungen

Zwischen neoterismos und novus mos

  • Elisabetta Lupi, elisabetta.lupi@uni-rostock.de
  • Christina De Rentiis, christina.derentiis@uni-rostock.de
  • Henning Börm, henning.boerm@uni-rostock.de

Vom 17. bis zum 19. März veranstaltet der Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Rostock eine Tagung, die die diskursive Verhandlung politischer Neuerungen sowie die Wahrnehmung, die Wertung und das Verständnis des „Neuen“ im politischen Diskurs von der Archaik bis zur Spätantike untersucht. Uns geht es mithin um Handlungen und Verhaltensweisen, welche als „neu“ und „unerhört“ wahrgenommen werden, sowie um politische Praktiken, die als traditions- und normenbrechend präsentiert werden – entweder von ihren Verfechtern oder von ihren Gegnern.

Im Fokus der Tagung stehen folgende Fragen:

  • Welche Handlungen, Vorhaben und Verhaltensweisen können im politischen Kontext als „Neuerungen“ bewertet und bezeichnet werden?
  • Wie wird mit/über „Neuerungen“ argumentiert? Wann gilt das Streben nach Neuerungen ausschließlich als Argument der politischen Diffamierung, und welche Logik unterliegt dem Motiv?
  • Wann und unter welchen Bedingungen wird Innovationsbereitschaft als wünschenswerte Eigenschaft angesehen? Gibt es (Handlungs-)Bereiche, in denen die Umsetzung von Neuerungen akzeptabel oder erstrebenswert ist?
  • Gibt es eine zukunftsorientierte Vorstellung von „Reformierbarkeit“ (im Unterschied zu „Restauration“)?
  • Welche Figuren und soziale Gruppen werden mit politischen Neuerungen in Verbindung gebracht?
  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen Konkurrenz und dem Streben nach Bruch mit dem Altbewährten?
  • Wie reagierte der politische Diskurs auf einschneidende, bereits für die Zeitgenossen unübersehbare Veränderungen wie die Etablierung der makedonischen und römischen Hegemonie über Hellas, die Errichtung des Prinzipats oder die Christianisierung des spätantiken Imperiums?

Ziel ist es somit, durch eine transkulturelle und diachrone Perspektive Formen des Wandels und der Kontinuität in der antiken Bewertung des „Neuen“ herauszuarbeiten.