Herculaneum wurde 79 n. Chr. von einem Vesuvausbruch verschüttet. Bei unterirdischen Schachtgrabungen wurden zwischen 1752 und 1754 etwa 1000 verkohlte Buchrollen geborgen. Zur Öffnung und Lesung der verkohlten Papyrusrollen sind verschiedene mechanische Verfahren zum Einsatz gekommen, die zu mehr oder weniger starker Fragmentierung und teils sogar zum Totalverlust führten. Keine der Rollen, die hauptsächlich philosophische Texte der epikureischen Philosophie enthalten, konnte so vollständig wiedergewonnen werden. Ungefähr 500 Buchrollen sind bis heute ganz oder teilweise ungeöffnet. In jüngster Zeit, seit Herbst 2023, weist der Einsatz modernster physikalischer Methoden im Zusammenspiel mit Verfahren des maschinellen Lernens neue Wege, mit nichtinvasiver Vorgehensweise ohne materielle Schäden an die in den ungeöffneten Rollen bislang noch unerreichbaren Texte zu gelangen.
Der Vortrag skizziert die wichtigsten Entwicklungen der Erforschung der Papyri von Herculaneum und erläutert die neuesten Errungenschaften und künftigen Aussichten für die weitere Erschließung dieses einzigartigen Weltkulturerbes.
Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Hammerstaedt (Universität Köln): Wie Synchrotronstrahlung und maschinelles Lernen den verkohlten Papyrusrollen von Herculaneum ihre Texte abringt
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