Am Ende der letzten Eiszeit lag der Meeresspiegel weltweit bis zu 130m niedriger als heute. Dadurch standen riesige Landschaften zur Verfügung, die heute unter Wasser liegen. Dies trifft
auch für große Bereiche der heutigen Nord- und Ostsee zu. Bereits seit längerem belegen gut erhaltene Zufallsfunde, etwa aus Fischernetzen, dass in diesen Regionen steinzeitliche
Menschen lebten. In der Nordsee gestaltet sich die Lokalisierung entsprechender Siedlungsplätze schwierig, während in der Ostsee bereits seit über 20 Jahren unterwasserarchäologische Forschungen erfolgreich neue Fundorte erschließen.
Für die Erforschung der postglazialen Besiedlungsgeschichte der ertrunkenen Landschaften ist eine kleinteilige Rekonstruktion der Landschaften unerlässlich. Im ERC SyG Projekt SUBNORDICA arbeiten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus den Bereichen Archäologie, Marine Geologie und Geophysik mit KI-Spezialisten zusammen. Sie bringen Daten zu den versunkenen Landschaften rund um die Doggerbank und das Elbe-Urstromtal in der Nordsee mit neuen Erkenntnissen von den Fundplätzen in der Ostsee zusammen. Auf diese Weise entsteht ein genaueres Bild von der Landschaftsnutzung nach der Eiszeit.
Die Referentin ist als Projektleiterin für die deutschen und polnischen Kooperationspartner im Projekt vor allem mit Untersuchungen an der südlichen Ostseeküste beschäftigt. Hier arbeitet
sie eng mit Kolleginnen und Kollegen der Universitäten Rostock und Szczecin, des Instituts für Ostseeforschung Warnemünde und des Landesamts für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Landesarchäologie, zusammen. Der Vortrag gibt einen Überblick zum Gesamtprojekt und einen Einblick in die neuesten Untersuchungen in der südlichen Ostsee.

