Auf dem Podium:
Dietmar Till, Professor für Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen
Friederike Herrmann, Professorin für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Jacqueline Schäfer, Vorstandsmitglied des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache, Berlin
Verena Schulz, Professorin für Latinistik, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Moderation:
Nicola Hömke, Professorin für Latinistik, Universität Rostock
Die politische Rede basiert – allem gesellschaftlichen und technischen Wandel zum Trotz – auf einer rhetorischen Systematik, die bis in die griechische Antike zurückreicht und detailliert regelt, wie Reden erdacht, formuliert und vorgetragen werden sollen. Doch antike wie moderne Redner wissen sehr wohl, dass es mitunter gerade das Nicht-Einhalten einer Regel, das Austesten von Lizenzen sein kann, das zum Erfolg führt. Ein DFG-gefördertes interdisziplinäres Netzwerk aus 13 Forscherinnen und Forschern widmet sich seit gut einem Jahr den rhetorischen, ethischen und ästhetischen Implikationen solcher Regelbrüche. Auf der öffentlichen Podiumsdiskussion sollen u.a. folgende Fragen angesprochen werden:
• Welche Regelbrüche sind bei verschiedenen Anlässen politischer Rede (Wahlkampf, Gedenkfeier, Parteitag etc.) zu beobachten? Welche Effekte und welche Ästhetik zeichnen sie aus?
• Was unterscheidet einen gelingenden, kreativen Regelbruch von einem misslingenden, Anstoß erregenden?
• Welche Rolle spielen die Erwartungshaltungen der offen bzw. verdeckt angesprochenen Adressaten?
• Inwiefern verändert die Erfahrung von Regelbrüchen die politische Rhetorik?
Die Diskussion nimmt vorrangig die moderne politische Redekultur in den Blick, doch kann auch der Blick auf antike Parallelen wichtige Erkenntnisse vermitteln. Das Publikum ist nachdrücklich aufgefordert, aktiv mitzudiskutieren!
Teilnahme via Zoom: uni-rostock-de.zoom-x.de/j/68978980893

